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Tierheim Sackenbach – hier findet jeder seinen Platz

Das erste, das man hört, wenn man beim Lohrer Tierheim in der Sackenbacher Pfingstgrundstraße klingelt, ist das Hundegebell. Obwohl meist deutlich in der Unterzahl machen diese Vierbeiner nicht nur auf sich aufmerksam, sie brauchen auch deutlich mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung. Doch die Chefin Lena Münz und ihr eingespieltes Team lassen sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen. 50 Katzen und zwölf Hunde sind zur Zeit unseres Besuches zu Gast im Tierheim und dazu eine ganze Reihe von Kleintieren wie Kaninchen, Meerschweinchen und anderen Nagern. Für alle müssen Münz und ihre Mitarbeiterinnen einen geeigneten, artgerechten Lebensraum einrichten, für die passende Nahrung und die Pflege sorgen sowie nicht selten genug auch für die kleine Tierseele da sein.

 

Pflege und Aufmerksamkeit für jeden Bewohner

Da ist zum Beispiel der riesige Hase Bobby, der locker beide Arme der gelernten Tierpflegerin ausfüllt. Er ist recht friedlich und verträgt sich durchaus mit den Meerschweinchen im selben Auslauf. Aber bei anderen Tieren ist das nicht ganz so einfach. Die könnten sich gegenseitig bekämpfen, vielleicht sogar verletzten oder aber sich unkontrolliert vermehren.
Die Katzen residieren gleich in mehreren Zimmern. Auch wenn sie sich gerade in ihren Körbchen oder anderswo räkeln und genüsslich dösen, vertragen sich nicht alle gleichermaßen gut. „Wir haben da echte Divas, die niemanden neben sich akzeptieren, andere sind sehr scheu und wieder andere – oft junge Tiere – so verspielt und anhänglich, dass sie die übrigen Stubentiger regelrecht belästigen“, sagt die Pflegerin Diana Wenzel. Also gilt es, die passende Mischung zu finden – eigentlich genau wie bei uns Menschen! Das verlangt Einfühlungsvermögen und Erfahrung, zumal ja ein ständiger Wechsel herrscht.

 

 

 

 

 

Im Hundetrakt geht es weniger beschaulich zu. Jessica Christ reinigt gerade eine geräumige Box mit dem Hochdruckreiniger, während die beiden Bewohner im Freigehege sind. „Vormittags sind wir fast ausschließlich mit Reinigungsarbeiten beschäftigt, da haben wir leider kaum Zeit für unsere Schützlinge“, sagt sie bedauernd, denn die Personaldecke ist schon arg dünn.
Doch wie kommen all diese Tiere in das Lohrer Heim, das einzige seiner Art im Landkreis Main-Spessart? Das sei je nach Tierart unterschiedlich, erklärt Chefin Münz. Katzen werden oft als streunende Tiere hier eingeliefert, Hunde meist bewusst von den Haltern abgegeben. Wegen des Alters, der Gesundheit oder aus familiären Gründen. Leider werden aber gerade Hunde noch immer unüberlegt spontan angeschafft und dann will man sie loswerden. „Zum Glück lässt die Unsitte von weihnachtlichen Tiergeschenken deutlich nach“, weiß Münz.

Hilfe ist immer willkommen

Das Ziel des Tierheims Lohr besteht neben der Pflege von in Not geratenen Tieren in der Vermittlung an andere Halter. Zwischen fünf und sechs Wochen beträgt die durchschnittliche Verweildauer und bislang hat die Weitervermittlung fast immer irgendwie geklappt. „Bei uns findet jeder seinen Platz“, versichert Lena. Doch der Träger, der Tierschutzverein Main-Spessart, hat strenge Regeln für die Weitergabe von Tieren. Diese werden von den Vereinstierärzten untersucht, grundsätzlich kastriert, geimpft und tätowiert. Außerdem führt die Vorsitzende Ursula Rosenkranz jeweils ein ausführliches Gespräch mit den künftigen Haltern. Die Schutzgebühr von 15 Euro für einen Hasen und bis zu 320 Euro für einen Hund soll nicht nur die Unkosten abdecken, sie soll auch den „neuen Menschen“ vor voreiligen Schritten bewahren.

Natürlich sind der Tierschutzverein und das Heim auf helfende Hände angewiesen.

Da gibt es neben der Mitgliedschaft auch die Möglichkeit einer Patenschaft, von Zeit zu Zeit kommen kleinere oder größere Spenden und über Benefizkonzerte sowie Flohmärkte wird auch Geld erwirtschaftet. Wer aber ohne finanziellen Aufwand helfen will, kann das zum Beispiel auch als „Gassi- Geher“ tun, denn gerade die Hunde sind für jeden Spaziergang dankbar.

Informationen dazu gibt es unter: www.tierschutzverein-msp.de

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