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Energiewende

Mit Bürger-Genossenschaft auf dem Weg zur Energie-Autarkie im Landkreis

Wenn es anderswo so scheint als ob die angestrebte Energiewende ins Stocken gerät, werden im Landkreis Main-Spessart deutliche Akzente gesetzt. Ein Motor für das Ziel zur energieautarken Region ist seit 2010 die Bürgergenossenschaft GenoEnergie Karlstadt. In dieser Zeit hat sie sieben Projekte im Bereich erneuerbare Energie im Landkreis Main-Spessart angestoßen und umgesetzt. Insgesamt wurden Photovoltaik-Anlagen mit einer Nennleistung von rund 9,6 Megawatt umgesetzt. Mit diesen Anlagen werden im Jahr etwa 9,5 Millionen Kilowattstunden Strom produziert und ins Netz eingespeist. Das reicht rein rechnerisch für über 2.100 Vier-Personen Haushalte.

Doch diese nachhaltige Energieerzeugung ist nur ein Aspekt der GenoEnergie. Andreas Fella, der Vorstandsvorsitzende, legt auch großen Wert auf den Bezug zur Region. Vor neun Jahren hat er die Genossenschaft gemeinsam mit Wolfgang Beck, dem damaligen Kämmerer der Stadt Karlstadt, zunächst politisch auf den Weg gebracht und im Mai 2010 gemeinsam mit Verantwortlichen der damaligen Raiffeisenbank Karlstadt-Gemünden eG, mit Georg Riedmann (Firma Elektro Riedmann GmbH), Wolfgang Krug, Geschäftsführer der Visconto GmbH und Bürgermeister Paul Kruck die Genossenschaft gegründet. Diese wird ausschließlich von derzeit 284 Mitgliedern aus der Region getragen, dabei wurde ein Eigenkapital von insgesamt fast drei Millionen Euro in Anteilen zu je 5.000 Euro eingebracht.

Regionaler Bezug steht im Mittelpunkt

Außerdem ist es Ziel der Genossenschaft, den erzeugten Strom zukünftig auch an Verbraucher im Landkreis zu veräußern. „So bleibt nicht nur die Energie im Landkreis, sondern die Dividenden aus den Gewinnen fließen ohne Einschränkungen den Genossen zu“, sagt Fella. Im Gegensatz zu den meisten Windrädern auf den Höhen, zahlt die Genossenschaft konstant auch Gewerbesteuer an die örtlichen Kommunen hier. Ein weiterer wichtiger regionaler Bezug.

Die GenoEnergie stellt also eine lukrative Investitionsplattform für eine breite Bevölkerungsschicht zur Verfügung und leistet gleichzeitig einen Beitrag zur energieautarken Region, um den Landkreis ein stückweit unabhängig von fossilen Energiequellen zu machen.

Große Solarparks und individuelle Anlagen

Start war vor neun Jahren mit dem Bürgersolarpark Laudenbach am Englertsberg. Mehr als 14.500 Module erzeugen dort seitdem 2.700 Kilowatt peak emissionsfreier elektrischer Energie. 2.457 Kilowatt peak kamen zwei Jahre später beim Solarpark in Wiesenfeld entlang der ICE-Bahnlinie Hannover-Würzburg dazu. Mit dem Solarpark in Eußenheim an der Werntalbahn entlang des Radwegs zwischen Eußenheim und Gössenheim wurde das bis dato größte Projekt mit einer Gesamtleistung von 3.340 kW peak realisiert.

Aber die GenoEnergie hat auch kleinere Anlagen, die allerdings insgesamt auch einen wertvollen Beitrag leisten. Auf dem Dach der Karlstadter Feuerwehr sind fast 50 kW peak, auf der Mehrzweckhalle in Laudenbach 31, auf der Dreifachturnhalle Veitshöchheim 130 und im städtischen Bauhof Karlstadt gar 122 kW peak installiert. Zuletzt konnte die GenoEnergie Karlstadt eine kleine Dachanlage mit 22 kW peak auf dem Dorfzentrum in Heßlar realisieren. Das summiert sich dann auf rund 350 kW peak.

Technische und biologische Betreuung vor Ort

Die energetisch-ökologische Verbundenheit mit der Region zeigt sich aber auch in der Zusammenarbeit mit Menschen und Firmen vor Ort. Die Anlagen wurden von Betrieben wie Elektro Riedmann GmbH in Karlstadt oder Schneider-Solar GmbH in Stetten errichtet und weiterhin technisch betreut. Bei eventuell auftretenden Störungen muss niemand von weit her anreisen, er ist ja schon da. Sogar die Pflege der Grünfläche und des Umfeldes ist in örtlicher Hand: Dies übernahmen in den letzten Jahren immer die Schafe des Stettener Schäfers Leo Stamm, diese sind umweltschonend für die Grünpflege zwischen den Solarmodulen verantwortlich. Eine echte Win-Win-Situation für alle Beteiligten, auch hier bleibt die Wertschöpfung im Landkreis.

Ehrenamtliches Management

Als Genossenschaft ist die GenoEnergie Karlstadt weitgehend ehrenamtlich organisiert, hat deshalb eine niedrige Kostenstruktur und ist bewusst langfristig auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Die 284 Mitglieder haben ein Eigenkapital von rund 2,9 Millionen Euro eingebracht und bisher eine jährliche Dividende zwischen vier und fünf Prozent erhalten. Die GenoEnergie Karlstadt eG hatte von Beginn an einen ganz starken Partner an der Seite. Die Raiffeisenbank Main-Spessart ist mit ihrer großen Erfahrung in der Region seit der Gründung mit im Boot. Durch den erfolgreichen Verbund dieser beiden Genossenschaften können viele Menschen, Firmen und Kommunen an der notwendigen Energiewende teilhaben und diese auch aktiv mit vorantreiben.

Die Bank zeigt sich nicht nur als zuverlässiger Ansprechpartner in Energiefragen, sie unterstützt die ökologischen Ziele auch beispielsweise durch ihre eigenen Fahrzeuge, die schon jetzt weitgehend auf Elektro-Antrieb umgestellt sind.

Raiffeisenbank Main-Spessart ist starker Partner

Andreas Fella, der nicht nur Vorstandsvorsitzender der GenoEnergie, sondern auch Direktor und Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Main-Spessart eG ist, fasst diese Kooperation zusammen:„Von Photovoltaik-Anlagen verstehen wir was – und von Finanzierung auch!“

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