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Für die Jugend stiften gehen

Es war nicht einfach, bis endlich die Jugendstiftung Main-Spessart im April 2007 von der Regierung von Unterfranken als 317. rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Karlstadt  anerkannt wurde. Erste Gespräche, eine solche zu gründen, gab es bereits 2002 noch unter der Ägide vom damaligen Landrat Armin Grein. Die Verantwortlichen vom Kreisjugendamt und Kreisjugendring Main-Spessart wussten: in Zeiten knapper öffentlicher Kassen stehen auch der Kinder- und Jugendarbeit immer weniger finanzielle Mittel zur Verfügung. Mit den Fraktionsvorsitzenden im Kreistag wurde 2005 das Stiftungsziel entwickelt. Um die Belange kümmert sich Kreisjugendpfleger Bernhard Metz als  Geschäftsführer der Stiftung.

Aktiv: Welches Ziel verfolgt die Stiftung?
Metz: Die Jugendstiftung ist eine Organisation, die Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen hilft, eigene Potentiale in sich zu erkennen und deren Entwicklung gezielt fördert und unterstützt. Unsere Gesellschaft ist im Umbruch, alte Werte stehen auf dem Prüfstand. Viele Jugendliche sind orientierungslos und ohne Ziel. Gerade in dieser Phase brauchen junge Menschen verlässliche Partner, Zuspruch, Motivation, Lebens- und Zukunftsperspektiven, um für die Herausforderungen einer globalen Welt gerüstet zu sein.

Aktiv: Wie sieht die Förderung aus?
Metz: Gefördert werden neben Projekten und Einrichtungen der Jugendarbeit und -fürsorge auch kulturelle Veranstaltungen (Literatur, Tanz, Musik, Theater) und präventive Maßnahmen. Daneben werden soziale oder interkulturelle Projekte gefördert – die Ziele sind bewusst weit gesteckt.

Aktiv: Können Sie konkrete Beispiele benennen?
Metz: Gefördert wurden zum Beispiel Musikgruppen (Zulu), die Aschfelder Schachspielerin Jana Schneider oder außergewöhnliche Projekte wie das Musical Hairspray des Lohrer Gymnasiums 2017, nicht aber Weihnachtsstücke oder auch Malwettbewerbe, bei denen alle zu einem bestimmten Thema ein Bild abgeben.

Aktiv: Um eine Stiftung zu gründen, musste mindestens ein Grundstock von damals 50.000 Euro vorhanden sein. Nach einem holprigen Start glückte das auch bei der Jugendstiftung. Wie ging es dann weiter?
Metz: Die Stiftung wurde bei der Gründung mit einem Kapital von 54.023 Euro ausgestattet. Der Betrag kam durch die Gründungsveranstaltung (Gala der Jugendstiftung) am 19.11.2005 und dank der Hilfe des Kreisjugendrings zusammen. 2012 folgte eine Großspende der Sparkasse Mainfranken. Einen richtigen Schub gab es dann 2017 mit einer einmaligen Zustiftung der Raiffeisenbank Main-Spessart. Die Vorstände Michael Zeuch und Andreas Fella überreichten für die Jugendstiftung Main-Spessart einen Großscheck über 100.000 Euro. Laut Stiftungsvorstand Landrat Thomas Schiebel ein wahrer Glücksfall für die Stiftung.

Aktiv: Wurden im Zusammenhang mit dieser Zustiftung Bedingungen vereinbart?
Metz: Ja, fünf Jahre lang trägt die Jugendstiftung Main-Spessart den Zusatznamen „Raiffeisenbank Main-Spessart“. Dazu bekam die Raiffeisenbank noch einen Sitz im Stiftungskuratorium. Wir hoffen auf weitere Zustiftungen. Vielleicht von einem Handwerks- oder Industriebetrieb, der sich der Jugend besonders verbunden fühlt.

Aktiv: Wie kommt sonst noch Geld in die Kasse?
Metz: Als Kooperationspartner unterstützt uns seit vielen Jahren der Rotary Club Lohr – Marktheidenfeld mit Benefizkonzerten. Die Einnahmen daraus fließen in unseren Jugendkulturpreis. Vom Amtsgericht erhalten wir manchmal Bußgelder. Und dann gibt es noch Privatinitiativen. So verkauft beispielsweise die Wernfelderin Rita Pfister seit mehreren Jahren an ihrer Saftbar auf Märkten oder bei der MSP Expo alkoholfreie Getränke zugunsten der Jugendstiftung.

Aktiv: Sie sprechen das jährliche Aushängeschild der Jugendstiftung, den Justi-Wettbewerb, an: Was ist das und wer darf da alles mitmachen?
Metz: Der “Justi“ ist ein Preis, der an Kinder und Jugendliche aus der Region vergeben wird. Er wird als Kunst- und Kulturförderung gesehen, um ihnen Mut zu machen, aus dem Hobby heraus ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln oder vielleicht eine berufliche Karriere anzugehen. Mit dem Titel „Du hast was drauf“ sollen sie ermuntert werden, ihr Potential zu entwickeln. Bewerben dürfen sich Kinder bis 13 Jahre, Jugendliche von 14 bis 17, junge Erwachsene von 18 bis 26. Ihre Talente können sie unter Beweis stellen in den Sparten Literatur, Darstellende Kunst, Bildende Kunst und Musik. Die Teilnehmer können ein oder mehrere Werke abgeben, ein Video drehen, einen Text schreiben, ein Musikstück aufnehmen, vorspielen …

Aktiv: Wie viele Teilnehmer machen durchschnittlich beim Wettbewerb mit?
Metz: Am Anfang musste es sich erst herumsprechen, aber für den Justi 2018 haben sich wieder über 80 Einzelpersonen und Gruppen und damit 224 Teilnehmer angemeldet. Es bewerben sich junge Einzelkünstler und Gruppen, aber auch Schul- und Theaterklassen. Für jede Sparte werden 2.500 Euro ausgelobt, insgesamt 10.000 Euro. Für einen Jugendpreis eine riesige Summe.

Aktiv: Wann wird der nächste Justi verliehen?
Metz: Er wird zum neunten Mal im Rahmen einer großen Gala am 6. April um 14 Uhr in der Stadthalle in Lohr vergeben. Dort sind wir bereits zum zweiten Mal zu Gast. Die Justi-Veranstaltung mit Beiträgen der Gewinner dient auch dazu, die Stiftung bekannter zu machen und ist eine Wertschätzung aller Teilnehmer.

Aktiv: Was ist Ihr Wunsch für die nächsten Jahre?
Metz: Hätten wir mehr Geld, könnten wir mehr in Hilfen für Kinder und Jugendliche einsteigen. Deshalb soll das Thema Crowdfunding für die Jugendstiftung mehr in den Fokus gerückt werden. Unser Problem derzeit ist die Niedrigzinspolitik. Das niedrige Zinsniveau wirkt sich negativ auf die Förderung aus. Das Stiftungskapital wird mündelsicher, meist in festverzinslichen Wertpapieren angelegt. Es darf nicht gemindert und auch nicht spekulativ angelegt werden. Eine Bezuschussung der Antragsteller erfolgt nur aus den Zinserträgen. Die Jugendstiftung ist weiter auf Zustiftungen und Spenden angewiesen, um den Stiftungszweck zu erfüllen und um möglichst vielen talentierten, aber auch sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen eine Förderung zukommen zu lassen.

Bankverbindungen für Spenden an die Jugendstiftung Main-Spessart:

  • Raiffeisenbank Main-Spessart
    DE77 7906 9150 0005 7319 68
    GENODEF1GEM
  • Sparkasse Mainfranken
    DE07 7905 0000 0044 7733 72
    BYLADEM1SWU

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