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Ein ganz besonderer Junge

Pauline Rüppel aus Karlburg, 7 c des Johann-Schöner-Gymnasiums Karlstadt

Schüler melden sich zu Wort! Aktuelle Berichte aus Schülerzeitungen in Main-Spessart

Der kleine Jonas kam vor 8 Jahren mit Trisomie 21 zur Welt. Dies ist eine genetische Besonderheit. Bei diesem Gendefekt ist das Chromosom 21 dreifach vorhanden ( = Trisomie). Die angeborene Kombination aus geistiger Behinderung und körperlichen Fehlbildungen ist vielen auch als „Down-Syndrom“ bekannt. In Deutschland leben etwa 40.000 Menschen mit Trisomie 21. Menschen mit Down-Syndrom sind kognitiv und auch motorisch eingeschränkt. Jeder Fall ist hier anders und man kann genauso wenig wie bei einem gesunden Baby vorhersagen wie es sich entwickeln wird. 

Trotz seiner Behinderung besucht Jonas die zweite Klasse der Grundschule Karlburg/Wiesenfeld. Jeden Morgen  wird er von seiner Schulbegleiterin abgeholt und nach dem Unterricht wieder nach Hause gebracht. Auch während des Unterrichtes bleibt sie bei Jonas und hilft ihm den Schulalltag zu bewältigen und sich im Schulhaus zurechtzufinden. Der Junge hat einen anderen Lehrplan als die übrigen Klassenkameraden da er sich im Lesen, Schreiben und Rechnen viel schwerer tut und aufgrund seiner Behinderung auch ein anderes Arbeitstempo hat. Da er keine Klassenarbeiten mitschreiben muss, bekommt Jonas auch keine Noten. Wie lange er noch diese Grundschule besuchen kann, ist noch nicht klar, da der Unterschied zu seinen Mitschülern in der Regelschule immer größer wird.

Seine Familie versucht Jonas zu behandeln wie ein „normales Kind“. Auch er hat seine Phasen in denen er versucht seinen Kopf durchzusetzen und sich gegen seine zwei jüngeren Geschwister zu behaupten. Wie andere Kinder muss auch er lernen was erlaubt ist und was nicht. Als der Junge noch kleiner war und noch nicht gut sprechen konnte, verständigte er sich mit der GUK-Gebärdensprache (Zeichensprache). Mittlerweile hat er sich sprachlich so entwickelt dass man sich gut mit ihm unterhalten kann.

Jonas ist voll integriert. Er singt einmal wöchentlich im Kinderchor und geht einmal wöchentlich zum Bubenturnen. Da er auch während des Turnens noch etwas Hilfe benötigt, wird er von einem Mädchen begleitet. Der Junge liebt Sport, weshalb er seit drei Jahren am Deutschen Down-Sport-Wettkampf in Frankfurt teilnimmt. Hier ist er einer von vielen und für alle Teilnehmenden ein ganz normales Kind. Jonas nimmt an den Disziplinen Weitwurf, Weitsprung und 100m-Lauf teil, wobei es ganz egal ist wie man abschneidet. Nach dem Motto „Dabei sein ist alles“ erhält jeder Teilnehmer nach dem Wettkampf eine Medaille, auch wenn man als letztes durchs Ziel läuft. Selbst seine zwei jüngeren Geschwister sind mit von der Partie und haben großen Spaß bei der Veranstaltung.

Natürlich wünschen sich die Eltern, dass sich ihr Junge so gut wie möglich entwickelt und unterstützen ihn mit ganzer Kraft. Die wöchentlichen Termine beim Logopäden und Ergotherapeuten gehören zu Jonas Alltag. Eine MSD-Kraft (mobiler sonderpädagogischer Dienst) besucht ihn einmal wöchentlich für 3,5 Stunden in der Schule und steht mit Ratschlägen zur Seite. Auch von seinen jüngeren Geschwistern  kann Jonas sich einiges abschauen und dazulernen. Die regelmäßigen Treffen mit anderen Familien, die auch Down-Kinder haben, geben der Familie ebenfalls Halt. Hierbei können Erfahrungen und
Ratschläge ausgetauscht werden und die Kinder können miteinander spielen.

Da man noch nicht sagen kann wie Jonas sich entwickelt, ist es gut, dass es hier auch für Erwachsene gute Möglichkeiten gibt sich zu integrieren. Wohnheime und Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung gibt es auch in der näheren Umgebung, so dass für ihn später ein weitgehend selbstständiges Leben denkbar ist.

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