Sicherheit hat oberste Priorität bei der Geldanlage

VORSTANDSBLOG

"Wir sind eine Genossenschaft und nur unseren Mitgliedern verpflichtet." Bernd Jacobs (Vorstandsmitglied)

„Wir sind eine Genossenschaft und nur unseren Mitgliedern verpflichtet.“ Bernd Jacobs (Vorstandsmitglied)

Auf Grund der derzeit geführten politischen Diskussionen über die künftige Vorgehensweise bei der Abwicklung von Banken, fragen sich auch unsere Mitglieder und Geldanleger welche Auswirkungen dies für sie hat. Hinzu kommt derzeit, dass wir ein historisch niedriges Zinsniveau erreicht haben, das viele Menschen vor zwei Jahren noch für unmöglich hielten.

Von Seiten der Redaktion nehmen wir dies zum Anlass, ein Interview mit unserem Vorstandsmitglied Bernd Jacobs zu führen. Jacobs ist seit 2004 im Vorstand unserer Genossenschaft für die Bereiche Privatkundengeschäft, Vermögensbetreuung, Marktmanagement und für die Eigenanlagen verantwortlich.

Redaktion: In der politischen Diskussion in Brüssel wird seit geraumer Zeit zunehmend die europäische Bankenunion gefordert. Welche Meinung hat die Raiffeisenbank Main-Spessart eG dazu?

Jacobs: Mit der sogenannten Bankenunion soll einerseits eine gemeinsame europäische Bankenaufsicht unter dem Dach der Europäischen Zentralbank installiert werden. Sie sieht aber auch weitere Vereinheitlichungen bei der Bankenabwicklung und der Einlagensicherung vor. Bei der Bankenaufsicht ist es nicht zuletzt durch intensive Bemühungen und Gespräche der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken gelungen, eine direkte Aufsicht der EZB gegenüber kleineren und mittleren Instituten zu verhindern. Hier wird weiter die bewährte nationale Bankenaufsicht arbeiten. Ebenso deutlich ist weiter unser Widerstand gegen eine vereinheitlichte europäische Einlagensicherung. Die bestehende Institutssicherung der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken wirkt seit jeher in ihrer Stabilität beispielhaft. Kein Kunde einer genossenschaftlichen Bank hat in den letzten Jahren seine Einlagen verloren. Das wird auch so bleiben. Die Politik ist aufgerufen, das Vertrauen in die bestehenden  Institutssicherungen weiter zu stärken und nicht zu gefährden.

Redaktion: Eine aktuelle repräsentative FORSA-Umfrage macht deutlich, dass  Sicherheit den Bankkunden wichtiger ist als hohe Zinssätze. Welche Geschäftspolitik verfolgt die Raiffeisenbank Main-Spessart, um den Geldanlegern hohe Sicherheit zu bieten?

Jacobs: Ja, unseren Mitgliedern geht es bei der Geldanlage vor allem darum, dass die Genossenschaft vorsichtig mit ihrem Geld umgeht. Unser Auftrag ist es, dies durch unsere nachhaltige Geschäftspolitik langfristig durch unsere Entscheidungen und unser Handeln im Sinne unserer Mitglieder zu gewährleisten. Die Raiffeisenbank Main-Spessart unterscheidet sich dabei maßgeblich von anderen Kreditinstituten des privaten Bankgewerbes (Großbanken, Direktbanken etc.). Wir sind eine Genossenschaft und nur unseren Mitgliedern verpflichtet. Aus dieser Verpflichtung heraus betreiben wir langfristig eine nachhaltige Geschäftspolitik, die eine vergleichsweise  über-durchschnittlich hohe Sicherheit bietet. Daraus folgt, dass die Bank nur solche Zinsaufwendungen für Bankeinlagen an die Mitglieder zahlen kann, die auch nach Anrechnung der Betriebskosten für die Unterhaltung unserer umfangreichen  Infrastruktur durch Zinserträge aus dem Kundenkreditgeschäft und den Eigenanlagen gedeckt sind. Nur wenn eine Bank diesen wichtigen kaufmännischen Grundsatz langfristig einhält und über eine gute Eigenkapitalausstattung verfügt, kann sie auch in 10 oder 20 Jahren noch bestehen und die Einlagen sind dort für die Anleger sicher.

Redaktion: Wie kommt es dann, dass es immer wieder Wettbewerber am Markt gibt, die über entsprechende Angebote sehr hohe Zinssätze für Bankeinlagen anbieten?

"Wo hohe Zinssätze bezahlt werden, besteht auch ein höheres Ausfallrisiko!"

„Wo hohe Zinssätze bezahlt werden, besteht auch ein höheres Ausfallrisiko!“

Jacobs: Wir sehen es immer wieder mit Sorge, welche Lockangebote von überregional tätigen Wettbewerbern offeriert werden um Bankeinlagen von Privatkunden zu gewinnen. Oft werden diese nur kurzfristig für einen kurzen Zeitraum angeboten,  insbesondere von Banken, die über den Kapitalmarkt keine ausreichenden Refinanzierungsmöglichkeiten bei institutionellen Anlegern mehr haben. Auch kommt es immer wieder zu Wettbewerbsverzerrungen durch die staatlich gestützten  Wettbewerber, die sich über subventionierte Konditionen kurzfristig Marktanteile einkaufen um überhaupt ihre Existenz zu rechtfertigen. Die Fragen, die sich jeder Geldanleger bei diesen Instituten stellen muss, ist einfach: Wie können diese Banken diese hohen Zinssätze erwirtschaften? Welche riskanten Geschäfte müssen diese Banken dazu machen? Und sind meine Geldanlagen dort nachhaltig sicher? Eines muss jedem Bankanleger klar sein: Wo hohe Zinssätze bezahlt werden, besteht auch ein höheres Ausfallrisiko!

Redaktion: Welche Anlageempfehlungen geben Sie dem privaten Geldanleger gerade in den jetzigen Zeiten, wo die sicheren Zinsen nicht einmal die Inflationsrate decken?

Jacobs: In der Tat hat es die EZB durch ihre geldpolitischen Einflussmöglichkeiten erreicht, dass die Inflation höher ist als die erreichbaren sicheren Zinsen für den Kapitalanleger. Um negative Realrenditen über einen Anlagezeitraum von 5 bis 10 Jahren zu vermeiden, empfehlen wir eine stärkere Streuung der Kapitalanlagen vorzunehmen. Einerseits stehen dabei Sachwertanlagen im Mittelpunkt, wie beispielsweise Aktien, Aktienfonds, Immobilien oder Edelmetalle. Andererseits bieten wir auch spezielle Lösungen an, wie beispielsweise unseren Dachfonds VR-Mainfranken Select Union, der in diesem Kapitalmarktumfeld mit überschaubarem Risiko ansehnliche Ergebnisse erwirtschaftet. Des weiteren haben wir auch sehr interessante Versicherungslösungen über die R+V Versicherung im Angebot, wie beispielsweise die Kombination aus attraktiven Ertragschancen bei gleichzeitiger Sicherheit über die R+V IndexInvest-Police.

Redaktion: Wie finden unsere Mitglieder die richtige individuelle Anlagestrategie für ihre eigenen Ziele und Wünsche?

Jacobs: Die Raiffeisenbank Main-Spessart eG bietet hierzu hochwertige  Beratungsleistungen an, die sich auf die Erstellung eines persönlichen VR-Finanzplans beziehen. Hierzu werden zunächst einmal die vorhandenen Vermögensbestände erfasst und anschließend auf Basis der persönlichen Ziele und Wünsche sowie der Risikoneigung Strukturierungsempfehlungen erarbeitet. Diese werden in Beratungsgesprächen besprochen und anschließend mit konkreten Anlagevorschlägen zur Umsetzung unterlegt. Auch möchte ich deutlich machen, dass unsere Berater ausschließlich den persönlichen Zielen und Wünschen der betreuten Mitglieder verpflichtet sind. Nehmen Sie sich einfach ein wenig Zeit für ein vertrauliches  persönliches Beratungsgespräch und wir stellen Ihnen passgenaue Ideen zur Optimierung Ihrer Vermögensanlagen vor.

Ein Gedanke zu „Sicherheit hat oberste Priorität bei der Geldanlage

  1. Ein wirklich sehr interessanter Artikel! Ich beschäftige mich auch gerade mit diesem Thema – hier vor allem mit herkömmlichen Geldanlagemöglichkeiten bzw. Sparformen. In Bezug auf die Geldanlage existiert eine immense Anzahl an möglichen Anlageprodukten. In der Regel wird jedoch oftmals auf die Grundprodukte – Sparbuch, Bausparen – vergessen. Gerade in solch turbulenten Zeiten wie wir uns derzeit befinden, gewinnen diese Produkte wieder mehr an Bedeutung. Im Bezug auf den Kapitalmarkt muss man feststellen, dass es die risikolose Rendite nicht gibt – nie gegeben hat – bei der aktuellen Zinslage, hier vor allem in Anleihenbereich,kann man von einem zinslosen Risiko sprechen. Die herkömmlichen Sparformen stellen deshalb aus meiner Sicht die wichtigsten Sparprodukte dar, die jedermann besitzen sollte – erst nachdem dies der Fall ist – kann / sollte in andere Asset-Klassen investiert werden!

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